Mühlbach

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Der Mühlbach

In westlicher Parallele zur Hauptstraße zieht sich der Mühlbach durchs Dorf. Er nimmt seinen Ursprung an einer Quelle ca. 200m in westlich des Fischermärti-Anwesens (Hauptstr. 20). Diese Stelle ist heute verrohrt und verfüllt. Auf seinem Weg durch das Dorf speiste der Mühlbach früher drei Weiher. Noch viele erinnern sich daran, daß die Bachgasse nur über ein „Bröckle" zu erreichen war. Auch die Hauptstraße Richtung Donauwörth nach dem Brenzer-Anwesen (Donauwörther Str. 3) war nur über eine Brücke zu befahren. Jahrhundertelang trieb der Mühlbach die Mühle von Genderkingen („Eichmühle") an und erhielt davon seinen Namen. Der Bach wurde an der Mühle gestaut, weshalb der Wasserstand im Vergleich zu heute höher war. Die jeweilige Wasserhöhe konnte an einem geeichten Pfahl abgelesen werden. Allerhand Fische, insbesondere Forellen tummelten sich in dem klaren Naß, weshalb das Gewässer auch als „Forellenbach" bezeichnet wurde. Das Fischrecht, das sich 1808 die Gräfl. Fugger'sche Standesherrschaft Oberndorf zusammen mit dem Kauf von Schloß und Weihern erwarb, ist mit dem Rückgang der Wassermenge erloschen. Auch der Rohrhackengraben vom Bruckmand bis zur Donau führte Fische. Ihn mußten der „Baur uff der Prinz und Braitwang uff ihre Kosten buzen, damit die Fisch von der Thonau in diesen Bach ihren Eingang haben mögen” (1696). Noch 1965 wurde dieser Graben von der Gemeinde an private Fischer verpachtet.

Der heute schmale und unscheinbare Mühlbach fließt nunmehr zum Großteil unterirdisch in Kanalrohren durch das Dorf. Beim Lehner-Anwesen (Am Mühlbach 17) kann man die ursprüngliche Romantik noch erahnen. Auch beim jährlichen Pfarrfest im Garten des Pfarrhofes ist der flache Mühlbach als „Spielplatz" für die Kinder noch heute eine besondere Attraktion. Außerhalb des Dorfes machte der Mühlbach ursprünglich einen kräftigen Bogen und verlief 400 m östlich des heutigen Laufes um das ehemalige Kirchweihweidfeld nahe der Mühlstraße herum. Diesen Abschnitt hieß man „Feldbach", entsprechend seinem Weg durch das Gstadfeld bis zur Donau, in die der Mühlbach nördlich vom Kratzerhof mündet.

Im 19. Jahrhundert wurde der Mühlbach von den Besitzern des Gstatthofes (Lohmüller, heute Gstaadweg 6) und der Eichmühle (Lohmüller) in gerader Süd-NordLinie durchgestochen. Der Feldbach existierte noch lange Zeit als Graben, in den das Wasser abfließen konnte.