Raiffeisenbank Genderkingen

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 Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Rain am Lech e.G.
 Tel. 09090 4077  Fax. 09090 4079  E-Mail info(at)raibarain.de

Adresse

Hauptstr. 38, 86682 Genderkingen (Ecke Raiffeisenstraße)

Öffnungszeiten

  • Montag
  • 08:30 - 12:30 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
  • Dienstag
  • 08:30 - 12:30 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr
  • Mittwoch
  • 08:30 - 12:30 Uhr
  • Donnerstag
  • 08:30 - 12:30 Uhr und 14:00 - 17:30 Uhr
  • Freitag
  • 08:30 - 12:30 Uhr und 14:00 - 16:00 Uhr

Geschichte

Genderkinger Heimatbuch

Dieser Text basiert im Ursprung auf dem Genderkinger Heimatbuch. Die Genehmigung zur freien Verwendung der Texte dieses Buches wurde, sofern der Persönlichkeitschutz beachtet wird, von den Autoren pauschal für dieses Wiki erteilt. Bei einer weiteren Verwendung außerhalb dieses Wikis ist ggf. die Genehmigung der Autoren einzuholen.

Im 19. Jahrhundert litten große Teile der Bevölkerung unter einer allgemeinen Geldnot. Viele Anwesensbesitzer wurden abhängig von Geldverleihern und gerieten durch Wucherzinsen in immer stärkere finanzielle Bedrängnis. Als letzter Ausweg mußte oft der eigene Besitz gegen einen kleineren getauscht werden, weshalb wir aus dieser Zeit einen häufigen Besitzerwechsel auf den Höfen und Sölden kennen. Nicht selten kam es zu Zwangsversteigerungen und Gutszertrümmerungen. Um diesen Mißständen ein Ende zu bereiten, wurden nach der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) Genossenschaften gegründet, die durch eine erhebliche Verbesserung des Kreditwesens, Wege zur „Selbsthilfe in Selbstverantwortung und Selbstverwaltung" aufzeigten. In Genderkingen wurde durch Initiative von Pfarrer Franz Bieger (1. Vorstand) und Josef Anton Riegel (1. Aufsichtsratsvorsitzender) im Jahre 1887 der „Spar- und Darlehens-Kassenverein" gegründet.

Im ersten Jahr erfolgten 29 Darlehensanträge bis zur Höhe von 500 M pro Interessent: z.B. „die Anwesensbesitzerin NN erhält zum Kauf einer Kuh gegen Bürgschaft des NN ein Darlehen von 100 M auf 4 Jahre". Der ethische Auftrag der Genossenschaft zeigt sich deutlich im Aufsichtsratsprotokoll vom 26.12.1906, woraus folgendes Zitat stammt: „Um die Leute nicht dem Wucher in die Hände zu treiben und dadurch zugleich der Gemeinde als Armenlast aufzubürden, mußte teilweise von Rückzahlungen abgesehen werden. Durch dieses Vorgehen blieben nicht wenige im Besitz ihrer Heimat".

Der Spar- und Darlehenskassenverein Genderkingen unterstützte seine Mitglieder in Geld- und Warengeschäften sowie durch agrarspezifische Beratungen. 1898 wurde ermahnt, „die kostbare Stalljauche nicht nutzlos abfließen zu lassen, sondern durch Anlage von cementierten Gruben den Feldern und Wiesen zu erhalten"; es fanden Vorträge über die richtige Anwendung von Kunstdünger und zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche statt. 1898 werden erstmals Saatgut und Kraftfuttermittel angekauft. 1904 erwirbt der Verein eine Dampfdreschmaschine, 1928 eine Saatgutreinigungsanlage. Es folgt der Ankauf von Bulldog, Strohpresse, einer größeren Dreschmaschine, Beizappart, Dämpfkolonne, selbstfahrender Unkrautspritze, Wiesenwalze, etc.

1952 wurde der Spar- und Darlehenskassenverein Genderkingen umformiert zur „Raiffeisenkasse Genderkingen e.G.m.u.H. (später eGmbH)". 1956 erwarb man von Josef und Philomena Harsch ein Grundstück an der Hauptstraße, auf dem 1958/59 ein Geschäftslokal mit Lagerhaus erstellt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Geschäfte beim jeweiligen Rechner, kurzzeitig auch im Schlößle und im Försterhaus (heute Hauptstr. 3) abgewickelt. 1969 erfolgte ein Anbau im Osten, zudem wurden verschiedene Sicherheitsmaßnahmen wie schußsichere Verglasung, Nachttresor, u. ä. installiert. 1982 wurden an der Westseite Silos für lose Dünge- und Futtermittel mit einem Fassungsvermögen von 260 Tonnen errichtet. 1983 wurde das Bankgebäude renoviert und modernisiert, ein neuer Tresor mit Schließfächern wurde eingebaut sowie eine optische Überwachungsanlage. 1990 erfolgte die Fusion der Raiffeisenbank Genderkingen eG (seit 1974 so bezeichnet) mit der Raiffeisenbank Rain am Lech eG.

1994 wurde das Warenlager Genderkingen infolge rückläufiger Inanspruchnahme im Rahmen der zunehmenden Aufgabe von Höfen einerseits und erforderlicher Kostensenkungsmaßnahmen andererseits geschlossen. Die Silos wurden verkauft, die bisherige Lagerfläche steht für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung. Das Geldgeschäft gewann hingegen zunehmend an Bedeutung, so daß heute an der Außenstelle Genderkingen vier Vollzeitkräfte beschäftigt sind. Seit 1992 können die Kunden außerdem auf einen Geldausgabeautomaten sowie einen Kontoauszugsdrucker zurückgreifen.

Vorstandsvorsitzende

Name von-bis
Franz Bieger, Pfarrer 1888-1907
Josef Anton Riegel, Landwirt 1908-1922
Michael Stöpperger, Landwirt 1922-1927
Anton Herre, Landwirt 1927-1931
Mathias Riegel, Landwirt 1931-1933
Anton Herre, Landwirt 1933-1946
Michael Liedl, Landwirt 1946-1948
Johann Schilke, Land- und Gastwirt 1948-1973
Otto Roßmann, Buchhalter 1973-1983
Kurt Latzel, Bankkaufmann 1983-1990
Hans Georg Andreae, Dipl.-Ldw., Gut Sulz 1990-1994
Manfred Strasser, Bankdirektor, Rain seit 1994

Aufsichtsratsvorsitzende

Name von-bis
Jos. Anton Riegel, Landwirt 1888-1908
Xaver Herre, Landwirt 1908-1911
Andreas Liedl, Landwirt, Schäfstall 1911-1916
Johann Steger, Bäcker 1916-1919
Franz Xaver Fischer, Dekan 1919-1952
Georg Roßmann, Landwirt 1952-1957
Franz Narr, Landwirt 1957-1962
Franz Wanner, Kfz-Meister 1962-1972
Otto Roßmann, Buchhalter 1972-1973
Josef Luderschmid, Landwirt 1973-1974
Andreas Liedl, Landwirt 1974-1978
Erich Wenka, Kfm. Angestellter 1978-1990
Paul Hoffer, Arzt, Marxheim 1990-
Hubert Luderschmid, Oberamtsrat, Feldheim
Leonhard Schwab, Diplom-Ingenieur, Genderkingen

Rechner / 1. Geschäftsführer / Zweigstellenleiter

Name von-bis
Mathias Riegel 1888-1914
Josef Luderschmid 1914-1925
Dekan Fischer in den Kriegsjahren
Georg Lohmiller 1926-1929
Leonhard Gerhard 1929-1954
Kurt Latzel 1954-1990
Bernhard Würth 1990-201x
Heidi Faber seit 201x