Wörthen

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Genderkinger Heimatbuch

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Wörthen

Der Landspitz im westlichen Donau-Lech-Winkel nördlich der Ortschaft Genderkingen wurde seit jeher „Wörthen" (auch: „Werden") genannt. Der Name „Werd" bedeutet soviel wie „ein erhöhter Grund im Wasser eines Flusses oder Sees, der über diese hervorragt und, wie die Au, mit Grün oder Holz bewachsen ist" [1] Man könnte den Begriff auch Schlichtweg mit „Landinseln" übersetzen. Diese Höfe hatten aufgrund ihrer Lage durch all die Jahrhunderte sehr unter Überschwemmungen zu leiden.

Die Besiedelung dieser Auen begann wahrscheinlich im 13. Jahrhundert und ging vom jenseitigen Donau- und Lechufer aus. 1286 erhielt das Kloster Niederschönenfeld die Anwesen in „Werd" von Graf Berchtold von Gralsbach[2] Bei der Formation der Steuergemeinden und der Auflösung der Klosterherrschaften Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Ortschaft Wörthen entsprechend der früheren Landesgrenze (vgl. Genderkingen Grenzort) der Gemeinde Feldheim zugeteilt.[3] Für die Leute von Wörthen war das Genderkinger Gebiet bis 1803 „Ausland". Nach dieser Zeit jedoch entwickelte sich aufgrund der nunmehr pfarrlichen (vorher Altisheim) und schulischen Zugehörigkeit ein immer stärkerer Bezug zur Ortschaft Genderkingen, so daß 1921 die Bewohner des Weilers Wörthen ein Gesuch um Eingemeindung stellen. Als Begründung wurde neben der Zugehörigkeit zur Kirchen- und Schulgemeinde Genderkingens angegeben, daß die Bewohner Wörthens „durch den Lech von Feldheim vollständig abgeschlossen sind und, wenn nicht unbedingt notwendig, höchst selten dahin kommen, weil in der Regel durch einen Gang nach Feldheim dreimal soviel Zeit verlorengeht als nach Genderkingen. Dadurch entstehen für sie in der Ausübung ihrer Verwaltungsaufgaben ungemein viel Schwierigkeiten, ja sie sind oft gar nicht in der Lage, dieselben überhaupt zu erfüllen". Außerdem muß „bei eintretenden Unglücksfällen, z.B. Hochwasser und Brand immer die Gemeinde Genderkingen um Hilfe angegangen werden und auch helfend eingreifen, da Feldheim zu weit entfernt ist und dorthin kein Verkehr und keine Verbindung besteht, um die Ortsbewohner rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Das hat sich besonders bei der furchtbaren Überschwemmung im Jahre 1910 gezeigt, bei der wir noch weit größeren Schaden erlitten hätten, als es der Fall war, wenn die Bewohner Genderkingens uns nicht hilfreich beigestanden wären".[4]

Die Verhandlungen zur Ausgemeindung aus Feldheim dauerten bis 1934 an und wurden schließlich vom Bezirkstag Neuburg/Rain abgelehnt, vor allem mit der Begründung, daß die Umgemeindung für die Gemeinde Feldheim finanziell untragbar sei. 1951 wurde ein neuer Versuch zur Umgemeindung gestartet, 1959 jedoch von einigen Anwesensbesitzern wieder abgebrochen.

Quellen

  1. Johann A. Schmeller: Bayerisches Wörterbuch, Nachdruck der 2. Auflage, München 1985
  2. Richard Dertsch, Die deutsche Besiedlung des östlichen bayerischen Mittelschwabens, in: Archiv für die Geschichte des Hochstifts Augsburg, Vl. Band, S. 297- 432. Dillingen 1929
  3. Staatsarchiv Augsburg, Bezirksamt Donauwörth, n. S., Nr. 5804
  4. ebenda.