Fischrecht

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Genderkinger Heimatbuch

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Fischrecht

Laut Fischerlehenbrief von 1695 erstreckte sich das Fischrecht „im Lech von der Donau an bis gegen die Kirche zu Ellgau beedseyts zu Bayrn und Schwaben, wo der Boden Wasser hat". Dazu gehörte noch „ein Stückh wasser vom Mihlfurth (Mühlbach) biß auf Krazers Steeg und ein Stückh wasser, der Simon alten genannt" [1]. Dreimal im Jahr durften die Fischer sogar von Ellgau bis an die Wertach hinauf fischen.

Datei:Lechfischwasser.jpg

Das Fischrecht in Genderkingen (die Weiher ausgenommen) lag bis 1806 als Lehen beim Bischof von Augsburg. Das Hochstift hatte die zwei Fischlehen als Zubehör des bischöflichen Erbtruchsessenamtes an die Marschalken von Donnersberg und später von Oberndorf, ab dem Jahre 1529 an die Herren und späteren Grafen von Stadion (Hans von Stadion, Vogt zu Dillingen) verliehen. Nach der Säkularisation des Hochstifts Augsburg (1803) gelangten die beiden Lehen an den bayerischen Staat, der sie weiterhin an die Grafen von Stadion verlieh. Von den Herren und Grafen von Stadion wurden die zwei Genderkinger Fischlehen als sogenannte Fallehen weiterverliehen, und zwar an die Familien auf den Hausnummern 57 („Äußerer Fischer") und 41 („Fischermärti").

  • 1651: Hanns Förg und Martin Schwalb
  • 1671: Hans Ferg und Andreas Burckhardt
  • 1711: Hans Förg der jüngere und Martin Burckhardt
  • 1746: Adam Schübing und Martin Burckhardts Witwe
  • 1751: Adam Schübing und Martin Böck
  • 1777: Mathes Gäußer/Gänßer und Martin Böck
  • 1784/85: Franz Mayr und Johann Georg Böck

Im Jahre 1817 wurden die Fischlehen in Eigentum umgewandelt und den damaligen Lehensträgern Franz Mayr und Georg Böck allodifiziert. Seit diesem Zeitpunkt sind die Fischlehen im Grundsteuerkataster von Genderkingen als Besitz bei den Hausnummern 41 und 57 eingetragen.

Quellen

  1. Staatsarchiv Augsburg, Adel Nr. 8711